Fakten gegen Fiktion: Wie Medien und Politik den US-Zollstreit falsch interpretierten.
Das Urteil des Obersten Gerichtshofs der USA vom 20. Februar 2026 hat die von Donald Trump bisher verhängten IEEPA‑Zölle für rechtswidrig erklärt. Sie können nicht mehr erhoben werden.
Innerhalb weniger Stunden reagierte deshalb die US Regierung mit völlig neuen Zöllen auf Basis von Sektion 122 des Handelsgesetzes von 1974.
Wir berichteten in einem ausführlichen ➥Artikel mit Video-Analyse darüber.
Diese sehen nun einen globalen Zoll von maximal 15% vor, befristet auf lediglich 150 Tage.
Deutsche Medien, und selbst politische Stimmen verbreiteten daraufhin die Falschmeldung, diese neuen 15 % würden auf die alten EU Zölle (15%), also insgesamt dann 30 % für die EU, aufgeschlagen werden..
Diese Darstellung ist nicht nur falsch, sondern gefährlich, weil sie Unternehmen und Bürger unnötig verunsichert.
Faktenlage: Ersatz statt Addition
- Die alten IEEPA‑Zölle sind durch das Urteil null und nichtig.
- Die neuen 15 % unter Sektion 122 sind ein Ersatz, kein Aufschlag.
- Eine Addition zu 30 % ist rechtlich unmöglich, da die alten Sätze nicht mehr existieren.
„Eine Addition von 15 Prozent (neu) auf 15 Prozent (alt/illegal) zu 30 Prozent ist rechtlich unmöglich, da die alten 15 Prozent nicht mehr existieren, sowie auch alle Vereinbarungen und Abkommen zwischen den Staaten die darauf basierten nun nichtig sind.“
Das Ergebnis: ein Mythos, der selbst in Ministerien kursierte, obwohl er jeder rechtlichen Prüfung nicht standhält.
Auswirkungen auf die deutsche Exportwirtschaft
- Automobilindustrie: Der mühsam ausgehandelte „Scotland Deal“ mit 15 % bleibt faktisch hinfällig. Für Autobauer bedeutet das: weiter 15 % Zoll, aber auf unsicherer Rechtsgrundlage, die nach 150 Tagen jedoch auslaufen wird.
- Maschinenbau und Chemie: Auch hier bleibt die Belastung bei 15 %. Die Unsicherheit über mögliche Ausnahmen für pharmazeutische Produkte sorgt für Planungsrisiken.
- Stahl und Aluminium: Weiterhin hohe Zölle von 50 % unter Sektion 232, unverändert durch das Urteil.
Die Belastung ist real und schmerzhaft – aber sie bleibt aktuell wie sie ist.
Klartext zu den Medien: Es ist journalistisch unverantwortlich, aus den neuen Zöllen, die nahezu alles beim Alten lasen, eine Addition zu konstruieren. Wer von „30 %“ spricht, verbreitet Unsinn und trägt zur Verunsicherung von Unternehmen und Märkten bei. Gerade in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit ist präzise, quellengesicherte Berichterstattung Pflicht.
Fazit Die Nachricht vom möglichen „30 %‑Zoll“ ist ein Mythos. Faktisch bleibt es bei 15 %. Unternehmen müssen sich auf diese Belastung einstellen, aber nicht auf eine Verdopplung. Medien und Politik sind aufgefordert, die Fakten klarzustellen und keine Panik durch falsche Addition zu schüren.
Doch Falschmeldungen, wodurch häufig ein völlig falsches Meinungsbild in der Bevölkerung entsteht, kommen auch bei den Mainstream Medien immer häufiger vor.
Ganz besonders aber bei finanziellen Themen. Hier ersetzt alter Glaube oft aktuelle Fakten. So gilt es Mythen von aktuellen Tatsachen zu trennen. Und man sollte deshalb durchaus darüber diskutieren, ob Geldanlagen in der EU und Deutschland real wirklich noch sicher sind.



