Einigung in Islamabad?
Die am 08. April verlautbarte Waffenruhe im Iran-Krieg wurde auf vierzehn Tage festgelegt. Verhandelt wird in Islamabad, wo Pakistan als Vermittler auftritt. Sowohl die USA als auch der Iran haben jeweils eigene Forderungskataloge eingebracht, die kaum miteinander vereinbar scheinen.
Forderung der USA: Öffnung der Straße von Hormus
Die zentrale Forderung der USA ist die Öffnung der Straße von Hormus. Dabei muss jedoch betont werden, dass diese nie vollständig geschlossen war. Schiffe aus Staaten wie China, Indien oder Ägypten konnten passieren, während Nationen, die dem Iran feindlich gegenüberstehen, blockiert wurden.
Transitgebühren als Ersatz für Reparationen
Für die Durchfahrt mussten hohe Gebühren an den Iran entrichtet werden. Unabhängige Quellen berichten von etwa einem US-Dollar pro Barrel Öl, was bei großen Tankern Summen von bis zu zwei Millionen US-Dollar bedeutete. Andere Frachtschiffe hätten spezielle Tarife zu entrichten, die je nach Art der Ladung und dem Bestimmungsort erhoben würden. Diese Praxis war bereits vor der Waffenruhe Realität und dürfte nun als legitimes Mittel zur Finanzierung iranischer Reparationsforderungen angesehen werden. Dies, da die USA und Israel keine Entschädigung für die massiv angerichteten Kriegsschäden leisten wollen.
Widersprüchliche Aussagen aus Washington
Die widersprüchlichen Aussagen von Donald Trump verdeutlichen die Unsicherheit über die tatsächlichen Kriegsziele. Noch wenige Tage zuvor sprach er von der „Vernichtung der iranischen Zivilisation“, nun kündigt er lediglich wieder weitere eventuelle Zerstörungen an, sollte der Iran nicht einlenken.
Faktisch sind die ursprünglichen Ziele von Israel und der USA nicht erreicht worden. Weder kam es zu einem Systemwechsel in Teheran, noch wurde das radioaktive Material sichergestellt, das für den Bau von Nuklearwaffen benötigt wird. Auch die iranische Waffen- und Drohnenproduktion konnte nicht gestoppt werden.
Nach US Geheimdienst Berichten ist noch ca. 60% Schlagkraft des Iran an ballistischen Raketen und Drohnen vorhanden. Genug um den Krieg noch Monate weiterzuführen da auch die Produktion der Kampfmittel in unterirdischen Fabriken anscheinend weitergeht. Dies während Amerika angeblich nun selbst Probleme beim Nachschub von Waffen bekommt.
Verheerende Kriegsfolgen
Die Folgen des Krieges sind jedoch gravierend. Teile der iranischen Regierung und geistliche Würdenträger wurden in einem Erstschlag, der sich vor allem gegen Personen richtete ermordet. Zudem wurden die maritimen Fähigkeiten des Iran nahezu ausgeschaltet. Zahlreiche zivile Einrichtungen wurden ebenfalls zerstört, und viele Zivilisten verloren ihr Leben. Besonders erschütternd ist dabei der Tod von 120 Kindern in einer Mädchenschule.
Der Iran fordert nun Reparationsleistungen, als Ausgleich für den völkerrechtswidrigen Angriffskrieg Israels und der USA. Und wie schon geschrieben, geschieht dies bereits durch die Erhebung von Transitgebühren für die Durchfahrt der Straße von Hormus. Denn der Iran hat angekündigt die Meerenge nun endgültig und unbefristet zu kontrollieren.
Wie es sich verdichtet, wird dies auch so von den USA akzeptiert, jedoch keine Vollsperrungen, wie es immer wieder zeitweise noch der Fall war. So wird sogar schon aus US diplomatischen Kreisen verlautbart, dass sich die USA selbst an den Durchfahrtskontrollen beteiligen könnten, oder sogar in der Lage wären die Durchfahrt völlig zu unterbinden. Fakt ist jedoch dass bisher Schiffe, zum Beispiel Öltanker mit Bestimmungsort China, angeblich gebührenfrei passiere können.
Russland als Profiteur
Russland hat sich als Profiteur des Krieges erwiesen. Durch die steigenden Ölpreise konnte Moskau seine Staatseinnahmen deutlich erhöhen, nachdem dann sogar die die USA den russischen Export aus Not wieder zugelassen hatten. Damit zeigt sich einmal mehr, wie eng geopolitische Konflikte und Energiepolitik miteinander verflochten sind. Ob diese Profite aber nicht teuer erkauft sind, vor allem durch eine steigende Abhängigkeit von China, wird sich in Zukunft noch zeigen.
China, der heimliche Gewinner des Krieges
China sieht in der Waffenruhe und den laufenden Verhandlungen eine große Chance, sich langfristig im Iran zu positionieren. Es wäre ein weiteres Land mit großen Energiereserven, dass somit ähnlich wie Russland, wirtschaftlich von China kontrolliert würde. Chinas Einfluss wächst somit beständig, und dies ohne kriegerische Handlungen zu vollziehen.
Der wichtigste Punkt ist lt. China der Wiederaufbau zerstörter Gebäude und Infrastruktur. Peking signalisiert Bereitschaft, mit seinen staatlichen Baukonzernen und Finanzinstitutionen massiv zu investieren.
Damit sichert sich China bezahlt durch Öl, nicht nur lukrative Aufträge, sondern auch politischen Einfluss in einem Land, das nach dem Krieg dringend externe Hilfe benötigt. Dies jedoch auch als Beispiel für Irans Bevölkerung, die Israel und die USA lediglich als Mörder und Zerstörer wahrnimmt, jedoch China dann als Helfer und Aufbauer sieht.
Ein zweiter zentraler Vorteil liegt in der iranischen Ölindustrie. China strebt Beteiligungen an Förderanlagen, Raffinerien und Transportkapazitäten an. Diese Beteiligungen dienen nicht nur der Versorgungssicherheit, sondern auch als strategischer Schutz:
Niemand würde eine chinesische Industrieanlage im Iran angreifen, da dies sofort eine direkte Konfrontation mit Peking bedeuten würde. Damit verschafft sich China eine Art Sicherheitsgarantie für seine Energieinteressen.
Zusätzlich stärkt die enge Kooperation mit Teheran Chinas Rolle als Gegengewicht zu den USA im Mittleren Osten. Während Washington versucht, den Zugang zur Straße von Hormus vergeblich zu kontrollieren, baut Peking über Investitionen und Infrastrukturprojekte eine dauerhafte Präsenz auf.
Kurz gesagt: China profitiert doppelt – durch wirtschaftliche Aufträge im Wiederaufbau und durch strategische Beteiligungen an der Ölindustrie, die zugleich als Schutzschild gegen feindliche Angriffe wirken.
Bewertung der Waffenruhe
Die Waffenruhe ist jedoch aktuell noch fragil und bietet beiden Seiten bisher nur kurzfristige Vorteile. Ob daraus ein dauerhafter Frieden entstehen kann, ist höchst fraglich. Schon wenige Stunden später wackelt der mühsam ausgehandelte Frieden nämlich schon wieder.
Israel greift im Libanpn an und behauptet dieses Gebiet erstrecke sich nicht auf die Verhandlungen. Der Westen hat sich bisher weitgehend aus dem Konflikt herausgehalten – eine Entscheidung, die sich als klug erweist, da die direkten Kriegsparteien selbst kaum greifbare Erfolge vorweisen können.
Schnell wird es deshalb auch mit den Verhandlungen nicht vorangehen. Diese werden sich, wohl, untermalt von den dann regelmässigen Drohungen eines Donald Trump, über Wochen hinziehen. Der daran teilnehmende US Vizepräsident J. D. Vance wird sich wohl lediglich eine blutige Nase in Punkto Reputation dabei holen. Und all dies alles, während der Welt zunächst still und heimlich das Öl und Gas ausgeht, was eine kommende globale Wirtschaftskrise damit fast unausweichlich macht.
Schlussfolgerung
In einer Weltordnung, die von Krisen, Kriegen und geopolitischen Machtverschiebungen geprägt ist, zeigt dieser Konflikt erneut, wie wichtig geografische Diversifikation für den eigenen Kapitalerhalt ist. Wertpapiere gehen weiterhin auf Achterbahnfahrt. Gut für windige Spekulanten, aber schlecht für ehrliche Sparer. Ein Iran der 20% des Öl- und Gashandels, sowie weiterer wichtiger Rohstoffe durch territoriale Machtausübung kontrolliert, bleibt ein permanenter Unsicherheitsfaktor der sich nahezu auf alle Märkte und Branchen auswirkt.
Der Zugang zu internationalen Festgeldkonten, Anleihen und Renten über das Human Invest Finanzsystem bietet Anlegern hingegen gebührenfrei die Möglichkeit, Vermögen vor Inflation und geopolitischen Risiken zu schützen – und damit den größten Schutz in unsicheren Zeiten.



