Während die Münchner Sicherheitskonferenz 2026 als Bühne für geopolitische Selbstdarstellung dient, beobachtet unser Mutterhaus Human Invest als Verwalter von inzwischen 1,6 Milliarden Euro Anlagekapital eine besorgniserregende Entwicklung: Die totale Entkoppelung der Politik von ökonomischen Realitäten.
Bundeskanzler Friedrich Merz fordert lautstark, Europa müsse die „Sprache der Macht“ lernen. Er spricht von Machtzuwachs vor allem auch im wirtschaftlichen Bereich. Doch wirtschaftliche Macht und Stärke entsteht durch Leistung und konsequentem Handeln. Und das bedeutet Mittel vernünftig einzusetzen.
Und da hat militärische Aufrüstung oder die weitere Unterstützung der Kriege fremder Länder absolut keinen Platz. Doch genau davon spricht er und beweist vor allem eines: Er hat nicht verstanden, wie Wohlstand für die eigene Bevölkerung generiert wird.

Die „Dummheit“ der bedingungslosen Aufrüstung
Man muss es in dieser Deutlichkeit sagen: Die aktuelle Fixierung auf teure militärische Abschreckung bei gleichzeitigem Abbruch diplomatischer und wirtschaftlicher Kanäle zu Russland ist und war eine ökonomische Dummheit. Merz agiert hier nicht wie ein Staatsmann, der die wirtschaftliche Basis seines Landes schützt, sondern wie ein Ideologe, der das Kapital der Steuerzahler in einem geopolitischen Abnutzungskampf verheizt.
Wahre Macht erwächst nicht aus der Anzahl der Panzer, sondern aus der Stabilität der Währung, der Kaufkraft der Bürger und der Wettbewerbsfähigkeit der Industrie. All diese Säulen werden derzeit für eine vermeintliche Sicherheit geopfert, die paradoxerweise durch die ständige Eskalationsspirale immer unerreichbarer wird.
Das Erhard-Prinzip: Vergessene Weisheit
Es gab eine Zeit, in der deutsche Politiker wussten, dass sozialer Frieden und nationale Stärke untrennbar mit wirtschaftlichem Erfolg verbunden sind.

Es war Bundeskanzler Ludwig Erhard, der Vater des Wirtschaftswunders, der den unumstößlichen Satz prägte:
„Eine gute Wirtschaftspolitik ist die beste Sozialpolitik.“
Heute erleben wir das Gegenteil. Die Prioritäten haben sich verschoben. Wenn Milliarden in Rüstungsprojekte fließen, während gleichzeitig die Infrastruktur zerfällt, die Mieten unbezahlbar werden, der Lebensstandard sinkt, und die sozialen Sicherungssysteme an ihre Grenzen stoßen, dann ist das keine „Sicherheitspolitik“ – es ist die Demontage des sozialen Friedens.
Wer die Wirtschaft vernachlässigt, zerstört das Fundament, auf dem jede Verteidigungsfähigkeit überhaupt erst ruht.
Waffen als „Verköstigung von Geld“
In der Welt des Kapitals suchen wir nach Investitionen mit einem Return on Investment (ROI). Waffen hingegen sind, ökonomisch betrachtet, nichts weiter als eine „Verköstigung von Geld“ – und das im wahrsten Sinne des Wortes. Das Geld wird sinnlos „verpulvert“.
- Kapitalvernichtung: Geld, das in Panzer fließt, ist „totes“ Kapital. Es schafft keinen Mehrwert, es produziert keine Konsumgüter und es verbessert nicht die Produktivität. Ganz einfach ausgedrückt: Es verschafft den Menschen kein besseres Leben.
- Opportunitätskosten: Jede Euro-Milliarde für die Rüstung fehlt im Wohnungsbau, in der Bildung oder in der Senkung der Energiekosten für den Mittelstand, aber auch bei der Hilfe für ganz normale ärmere Deutsche und ihrer Kinder.
Eine vermeintliche Sicherheit macht die Menschen aktuell ärmer. Es ist ein Trugschluss zu glauben, man könne sich zu innerer Stärke „rüsten“, während die ökonomische Substanz des Landes verdampft. Im Prinzip ist es eine Versündigung an der nächsten Generation. Warum scheissen die Deutschen auf die Zukunft ihrer Kinder?
Zurück zum Realismus
Statt auf der MSC 2026 über neue Bedrohungsszenarien zu fantasieren, sollte die Kraft, das Kapital und das Denken endlich wieder auf einen wirtschaftlichen Aufschwung konzentriert werden. Die Wiederherstellung von Handelsbeziehungen und Vertrauen – besonders zu China, aber auch zu Russland – wäre ein weitaus kostengünstigerer und effektiverer Weg zur Stabilität als eine endlose Aufrüstungsspirale.
Die Ukraine-Politik der aktuellen Regierung ist unter diesem Aspekt ein Fass ohne Boden. In der Ukraine wird auf absehbare Zeit nichts verdient; sie ist eine reine Kostenstelle, die den europäischen Wohlstand weiter auszehrt. Es ist Zeit für eine Politik, die sich wieder ausschließlich an den Interessen der eigenen Bürger und der wirtschaftlichen Vernunft orientiert.
Das Millionäre einen anderen inneren Kompass haben, wie beispielsweise dieser Typ der gerade Kanzler spielt, ist bei seinem Werdegang verständlich. Doch kann man es zulassen, das er wissentlich dem eigenen Land schadet?



